Wir sind ein geschätzter Nachbar im geeinten Europa und für viele Staaten sogar ein Vorbild. Dies verdanken wir nicht zuletzt den mittelständischen Unternehmen, die seit Jahrzehnten der Motor für den wirtschaftlichen Aufschwung in der Region, Deutschland und Europa sind. Dabei stellen kleine und mittlere Unternehmen 99 % der europäischen Unternehmen. Sie leisten den Hauptbeitrag bei der Schaffung neuer Arbeitsplätze und tragen wesentlich zu mehr Wachstum und somit zum Erreichen des gemeinsam gesteckten Ziels der EU für mehr Beschäftigung und bessere Arbeitsplätze bei.

90% des globalen Wirtschaftswachstums findet heute jedoch außerhalb Europas statt. Diese Zahlen spiegeln die Herausforderung wider, vor der wir Europäer in Zukunft gemeinsam stehen werden. Von den über sieben Milliarden Menschen auf der Welt lebt heute nur noch gut jeder Hundertste in Deutschland. Die Europäische Union steht heute mit ihren etwas mehr als 500 Millionen Menschen noch für etwa sieben Prozent der Weltbevölkerung. Bis 2050 wird die weltweite Bevölkerung auf über neun Milliarden Menschen ansteigen, während die deutsche und europäische Bevölkerungszahl weiter zurückgeht. In einer immer stärker globalisierten Welt können wir unsere Werte und Interessen nur gemeinsam als Europäer wirksam vertreten. Deshalb setze ich mich für einen starken Mittelstand in einer starken Europäische Union ein.

Durch mein langjähriges Engagement in der Mittelstandsvereinigung (MIT) kenne ich die Bedeutung des Mittelstands und weiß wo der Schuh drückt. Zu Zeiten des Wirtschaftswunders konnten Unternehmer den Großteil ihrer Arbeitszeit noch dem Wachstum ihres Geschäfts widmen. Jetzt verbringen Unternehmer einen Großteil ihrer Zeit mit dem Ausfüllen von Formularen und der Umsetzung von bürokratischen Vorschriften. Um wieder Innovationen, Wachstum und Wohlstand zu schaffen, muss der Mittelstand aus seinem „bürokratischen Korsett“ befreit werden. Edmund Stoiber hat hierzu in Brüssel ein paar gute Vorschläge gemacht, mit denen bereits 30 Milliarden Euro Verwaltungslasten eingespart werden konnten. Um das gesamte Potenzial an Einsparungen auszuschöpfen, werde ich mich weiterhin dafür einsetzen, den Bürokratieabbau in Europa voranzubringen.

Eine besondere Stärke unseres Mittelstands ist übrigens das System der dualen Ausbildung. Gerade die Mischung aus theoretischen und praktischen Ausbildungsinhalten gewährleistet die hohe Qualität von “Made in Germany”. Es gilt, an diesem System festzuhalten und es europaweit zu verankern. Lesen Sie hierzu auch gerne meinen Beitrag zum Thema Fachkräftemangel.